Home / Nachrichten / Nächster Löschhammer: YouTube will „rassistische und diskriminierende Videos löschen“

Nächster Löschhammer: YouTube will „rassistische und diskriminierende Videos löschen“

Wie YouTube Anfang der Woche ankündigte, soll ab sofort „rigoros“ gegen „rassistische Inhalte“ in hochgeladenen Videos vorgegangen werden. Die betreffenden Clips sollen gelöscht, die User gesperrt werden. Tausende Videos sollen Kürze entfernt werden.

Die neue EU-Urheberrechtsreform ist noch nicht einmal sechs Wochen in Kraft und hat noch keine – zumindest spürbaren – Konsequenzen wie z.B. Uploadfilter oder Zensur im großen Stil hervorgebracht – da kommt YouTube, das weltgrößte Videoportal, schon aus eigenem Antrieb mit dem nächsten Zensur-Hammer um die Ecke.

Der Grund für die Maßnahme hört sich zunächst gut und honorig an: Es soll endlich die aus dem Ruder laufende Zahl an diskriminierenden, vor allem homophoben Videos eingedämmt werden. Rassistische und rechtsextreme Kreise, so YouTube, nutzten gezielt den YouTube-Algorithmus aus, der Verschwörungstheorien empfiehlt und sensationsheischende „Hetz“-Inhalte zur Ansicht empfiehlt. Auf diese Weise seien etwa Videos, die die „Nazi-Ideologie verherrlichen“, den Holocaust leugnende Uploads oder Clips zu angeblichen „Inside-Jobs“ der US-Regierung (Anschläge von 9/11, Sandy-Hook-Amoklaufuvm.) verstärkt in Umlauf gelangt. Solche Beiträge sollen durch YouTubes Zensurmaßnahmen künftig von der Plattform verschwinden. Konkreter Auslöser für die Entscheidung war wohl der Fall des homosexuellen US-Journalisten Carlos Maza, der von dem rechtsextremen YouTuber Steven Crowder (über 3,8 Millionen Follower) schwulenfeindlich und rassistisch beleidigt worden war, was für ein erhebliches Medienecho gesorgt hatte. YouTube hatte gegen die Hetze keine Sanktionen eingeleitet – wohl deshalb, weil der Konzern – wie Maza nicht zu Unrecht vermutete – von Crowders Werbeeinnahmens mit profitiert. Um einem Shitstorm vorzubeugen, entschloß sich der zu Google gehörende Konzern jedoch doch zu Gegenmaßnahmen.

Man kann nun nur hoffen, dass YouTube bei diesem Unterfangen nicht ebenso übers Ziel hinaus schießt wie Facebook seit geraumer Zeit und zuletzt sogar Twitter: Unter dem Deckmäntelchen der Bekämpfung angeblich rassistischer und populistischer „Hetze“ wurden bei den Social-Media-Riesen auch jede Menge völlig harmlose und legitime Posts und Meinungsäußerungen wegzensiert, die Nutzer gesperrt. Im Falle von Facebook führt dies seit Jahren, vor allem seit Inkrafttreten des „NetzDurchsuchungsGesetzes“, zunehmend auch zu gerichtlichen Klagen von Nutzern, die gesperrt und deren Beiträge zu Unrecht gelöscht wurden. Das magische Hintertürchen für die Löschwillkür sind meist die „Gemeinschaftsstandards“ oder „internen Vorgaben“. Wenn nun auch YouTube – unter Verweis auf die dehnbare Gummifloskel „Rassismus“ – Zensur betreiben sollte, wäre dies der Anfang vom Ende des freien Netzes. (DM)

Quelle: Journalistenwatch

Bewerte diesen Beitrag

0

User Rating: Be the first one !

Check Also

Abartig: „n-tv“ verharmlost Sex-Attacke auf 9-Jährige und regt sich über „rechte“ Demonstranten auf

In was für einem Land leben wir eigentlich, in dem nur noch „Rechte“ sich darüber …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.