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Gamestar: Angehörige von AfD-Wählern dürfen verbrannt werden

Von ARENT | Die Gamestar war mal eine schöne Zeitschrift über Computerspiele, die ich gerne gelesen und gekauft habe. In den letzten Jahren fiel mir jedoch immer wieder negativ auf, wie „zufälligerweise“ politische Aussagen platziert wurden. Jetzt ist ein neuer Tiefpunkt erreicht: Die Angehörigen von AfD-Wählern dürfen verbrannt werden.

Losgegangen ist diese Entwicklung irgendwann vor ein paar Jahren während der Wahlen in den USA. Nach und nach gab es immer wieder Artikel, die völlig zusammenhanglos Bezug auf Trump nahmen. Man merkte, dass der jeweilige Redakteur gar keine Lust hatte, über die Spiele zu schreiben, von denen der Artikel handelte, sondern dass ihn ganz andere Themen interessierten.

 

Dann gab es auf einmal Artikel über die „sexistische“ Darstellung leichtbekleideter „World of Warcraft“-Elfen. Das ging jedoch gehörig nach hinten los: Die Kommentare waren vernichtend und mussten reihenweise gelöscht werden.

Merke: Die Gamestar-Community kennt keine Gnade, wenn man ihnen ihre hübschen Elfen wegnehmen will.

Was jetzt allerdings „zufälligerweise“ kurz vor der EU-Wahl kommt, schlägt dann doch dem Fass den Boden aus. In einer (inzwischen gelöschten!) Besprechung, wieso vielen Leuten das „Game of Thrones“-Finale nicht gefällt – völlig legitim, interessantes Thema – fallen mal wieder, völlig zusammenhanglos und unmotiviert einige verdammt bösartige Sätze:

Sebastian Ossowsky: „Sie haben diese Verbrechen gedeckt, die Leute, die Bewohner von King’s Landing haben zu Recht gebrannt [Die anderen Redakteure lachen] – und verklagt mich für diese Aussage, ja, ich stehe dazu, dass die Leute dort gebrannt haben und in Aschehaufen liegen.“

Michael Herold: „Ich kann deiner Logik in gewisser Weise absolut folgen, ich glaube aber gleichzeitig, dass es schon noch das eine oder andere Kleinkind oder sowas gab […]“

Das an sich ist schon grenzwertig – Frauen und Kinder dürfen getötet werden, weil sie sich gegen eine Tyrannin nicht aktiv aufgelehnt haben? Aber gut, es ist ein Film, es ist eine abstrakte Diskussion, also meinetwegen noch irgendwo zulässig. Das eigentlich schlimme ist, was darauf folgt:

Michael Herold: „[…] gesagt, ich beuge mich, Hauptsache ich kann in Frieden leben, weil, wenn dann Daenerys dagewesen wäre, dann hätten sie auch gesagt – ab jetzt mag ich weiße Haare oder sowas in der Art.“

Sebastian Ossowsky: „Sorry, wenn deine Mutter ne AfD Wählerin ist, bist du halt auch irgendwo das Kind von nem AfD Wähler.“

Michael Herold [versucht sofort das Thema zu wechseln]: „Ja, nun jedenfalls… können wir uns darüber streiten inwiefern das in Folge 5 korrekt war, in Folge 6 finde ich es aber sehr beeindruckend […]“

Da fällt einem natürlich erstmal die Kinnlade runter. Gerade ging es noch um Game of Thrones, King’s Landing, darum, dass Menschen bei der Eroberung einer Stadt verbrannt werden – und mit einem Mal muss unbedingt passend zur Wahl die Bemerkung platziert werden: Naja, die Angehörigen(!) von AfD-Wählern, die hätten es ja auch verdient.

In den Kommentaren wird das Ganze auch zurecht kritisiert. Zum einen, weil es hier um Game of Thrones geht und es einfach nervtötend ist, kurz vor der EU-Wahl irgendwelche politischen Aussagen zu platzieren. Zum anderen, weil die Aussage an sich bösartig ist.

Ich habe von Ossowsky – oder der Gamestar allgemein – noch nie gehört, dass die Angehörigen des IS oder der Hamas es verdient hätten, verbrannt zu werden, weil ihre Eltern ja bei Völkermorden und Anschlägen mitgemacht haben. Und das ist natürlich entlarvend. Dieselben Typen, die lautstark behaupten, sie wären „Antirassisten“, schaffen es jahrelang nicht, mal den IS oder die Hamas zu verurteilen – müssen aber unbedingt in einer Besprechung von Game of Thrones ihre Mordfantasien an Angehörigen von AfD-Wählern zum Besten geben.

An den Reaktionen der anderen Redakteure merkt man, dass ihnen Ossowskys Aussage unangenehm ist. Michael Herold versucht, schnell auf die nächste Episode überzuleiten.

Ich habe übrigens absolut nichts gegen politische Diskussionen, meinetwegen auch bei der Gamestar. Aber dann bitte mit zwei Seiten – ich bin mir sicher, dass es auch Konservative und Trump-Fans unter den Gamestar Redakteuren gibt. Und dann will ich natürlich auch hören, wie die Konservativen sagen: Ja, also die Angehörigen der Grünen-Wähler, die können schon verbrannt werden – denn ihre Eltern haben ja den IS ins Land gelassen.

Ich bin mir sicher, Ossowsky würde an die Decke gehen.

 

Dieser Beitrag erschien auf PI-News

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