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Empörung über Verhaftung von vier „astreinen“ Deutschen auf Mallorca

Mit deutlichen Worten haben sich deutsche Spitzenpolitiker gegen die Inhaftierung von vier jungen deutschen Staatsbürgern auf Mallorca ausgesprochen. Keine sechs Stunden, nachdem sie auf der Mittelmeerinsel von Bord ihres Ferienfliegers gegangen waren, hatte die Guardia Civil die Männer verhaftet. Spanien wirft ihnen die Vergewaltigung einer 18jährigen Frau vor. Die Festnahme der unbewaffneten, friedlichen Deutschen hatte europaweit für Empörung gesorgt.

 
„Es kann niemals ein Verbrechen sein, wenn junge Menschen im Urlaub Geschlechtsverkehr haben“, erklärte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im ZDF-Sommerinterview. „Ich appelliere an die Regierung in Palma, jetzt das einzig Richtige zu tun!“
 
Außenminister Heiko Maas äußerte sich empört: „Ich fordere die spanische Regierung auf, die deutschen Staatsbürger sofort freizulassen. Die Kriminalisierung der Sommerferien muss ein Ende haben.“ Ralf Stegner (SPD) und Rupert Polenz (CDU) schrieben in fast gleichlautenden Tweets, dass nun ausgerechnet das 39 Jahre lang faschistisch regierte Franco-Spanien den Rest Europas brüskiere, indem es junge Männer, die nur etwas Spaß haben wollten, ins Gefängnis werfe, sei ein Riesenskandal. „Die zivilisierte Welt darf sich das nicht bieten lassen!“
 
Zwischenzeitlich hat Jan Böhmermann eine Spendenkampagne für die vier verhafteten Deutschen („Sonderkonto Azad, Baran, Sehat, Yakub“) ins Leben gerufen. Der türkische Staatspräsident Erdogan zählte zu den ersten Großspendern. Auch Sawsan Chebli spendete 1.000 Euro. Inzwischen kamen bereits 50.000 Euro und 1 Million türkische Lira an Spendengeldern zusammen.
 
In der Heimatstadt der vier Jugendlichen marschierten Gewerkschaften, Kirchen und die „Fridays-for-Future“-Jugend auf, um unter der Parole „Im Mittelmeer verhaftet zu werden ist unter aller Sau“ die sofortige Freilassung der vier Männer zu fordern. „Es handelt sich um reine populistische Stimmungsmache der Spanier“, so Kirchenratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm; „was hier geschieht, widerspricht allen unseren christlichen europäischen Werten!“
 
Deutsche Zeitungen und Magazine warten nun fieberhaft auf die Haftentlassung der vier Deutschen, um sich als erste die Rechte an deren Heldengeschichte sichern zu können. Der „Spiegel“ plant Gerüchten zufolge ein Titelbild mit dem Aufmacher „Junges Europa“.
 
Allerdings gab es auch vereinzeltes Verständnis und Unterstützung für das harte Vorgehen der Behörden auf der Mittelmeerinsel: „Immerhin gelten in Spanien Gesetze, die Regierung ist demokratisch legitimiert. Und sexueller Missbrauch ist schließlich kein Kavaliersdelikt.“ Bundeskanzlerin Merkel wies diese Kritik jedoch scharf zurück: „Welche Gesetze in anderen Ländern gebrochen werden dürfen und welche nicht, darüber bestimmen immer noch wir Deutsche!“
 
 

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