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Bild von der AfD-Demo in Chemnitz. Screenshot: Youtube

Bahnt sich in Chemnitz der nächste Freispruch an?

„Der Prozess um den Tod von Daniel H. in Chemnitz gegen den 24-jährigen Syrer Alaa S. droht zur Farce zu werden“, berichtet die Welt hinter der Bezahlschranke. Der Kronzeuge ist „Koch“ in einem gegenüberliegen Döner-Laden. Er macht jetzt widersprüchliche Aussagen, sein Dolmetscher offenbar falsche Übersetzungen. 

Der gesamte Prozess gegen Alaa S. stützt sich auf die Aussage dieses „Kochs“, der beobachtet haben will, wie der angeklagte, mutmaßlich 24-jährige Syrer in den frühen Morgenstunden des 26. August auf den kurz darauf verstorbenen 34-jährigen Daniel H. einstach. Die Aussage gerät ins Wanken, denn das arabische Wort kann „einstechen“, aber auch „einschlagen“ bedeuten. Der Dolmetscher entschied sich bei den polizeilichen Vernehmungen offensichtlich für die Stich-Variante.

Seit Wochen tritt der Prozeß auf der Stelle. War es Alaa S. oder doch ein unter Verdacht stehender Iraker namens Farhad Ramazan A., den mehrere Zeugen als denjenigen beschreiben, der mit dem späteren Opfer in Streit geriet und dem offensichtlich auch das Messer gehörte, das später zwischen Verkaufsständen auf dem Chemnitzer Stadtfest gefunden wurde. Die Spuren auf dem Messer gehören zu Farhad Ramazan A., nicht zu Alaa S. Gewissheit wird es in dieser Sache wohl kaum geben, denn der Iraker ist auf der Flucht und unauffindbar. Ein dritter Tatverdächtiger ist inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Der syrische Koch jedenfalls, erzählt laut Welt jeden Tag eine andere Version der Ereignisse. Mal will er Stichbewegungen gesehen haben, das nächste Mal Schläge, dann hat der Dolmetscher falsch übersetzt und zu guter Letzt hat der 24-Jährige Angst – er werde von „Leuten“, die den Angeklagten kennen, bedroht und fürchte sich auch vor seinem Dolmetscher. Inzwischen taucht er mit drei Personenschützern, Anwalt und Dolmetscher vor Gericht auf und schweigt zu wichtigen Fragen.

Die Polizei habe dem Koch seinerzeit Zeugenschutz angeblich oben, so die Welt, den habe er aber abgelehnt. Verteidigerin Lang fragt, ob er Angst habe, sich wegen einer Falschaussage strafbar zu machen. Die Antwort ist Schweigen. „Sind Sie bereit, vor Ort an einer Nachstellung mitzuwirken?“ – „Nein“, antwortet der Kronzeuge.

Laut seiner Aussage habe er mit niemandem über seine Beobachtungen gesprochen. Grund: Die „anderen Leute“würde er alle nicht verstehen, denn die würden Türkisch, Arabisch, Afghanisch sprechen. Seinen Chef, der die Polizei über die Beobachtungen seines Angestellten informierte, verstehe er auch nicht, der spreche schließlich Deutsch:„Ich kann nicht Deutsch. Ich verstehe ihn nicht und er mich nicht“, so der mutmaßliche Syrer über dieses äußerst ungewöhnliche Anstellungsverhältnis, in dem Chef und Koch offenbar nicht miteinander kommunizieren können. Auch dem Chef habe er nichts über den mutmaßlichen Täter erzählt, der lüge.

Beim Ermittlungsrichter hatte der syrische Kronzeuge „stichähnlichen“ Bewegungen vorgemacht. Als ihn die Verteidigerin aufforderte, sie vor Gericht zu wiederholen, weigerte er sich. Begründung: „Einfach so“.

Die Kriminalhauptmeisterin bestätigt zwar die ersten Aussagen des Kochs bei den polizeilichen Vernehmungen, doch auch hier kracht´s im Gebälk, denn nicht nur im Chemnitz-Prozeß werde „selten simultan“ übersetzt, weiß die Welt. Die Qualifikation der Dolmetscher werde auf Grund des „riesigen Bedarfs“, der seit 2015 bei Polizei und Gerichten herrscht, kaum überprüft. Inzwischen würden selbst Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft mit Dolmetscher an ihrer Seite vor dem Richter erscheinen. Vor Gericht stecken Dolmetscher und fremdsprachige Zeugen völlig ungeniert die Köpfe zusammen und beraten sich, so die Welt. Über was sie da so reden – keiner weiß es, offenbar will es auch keiner wissen – es werde nicht nachgefragt.

Genauso wenig hat es offenbar die Kriminalhauptmeisterin interessiert, die jetzt als Zeugin im Chemnitz Prozeß aussagt: „Haben Sie gefragt, ob der Dolmetscher wörtlich übersetzt?“, will Verteidigerin Lang wissen.  „Nein. Aber ich gehe davon aus“, antwortet die Kripobeamtin, die den Koch seinerzeit vernommen hat. „Haben Sie den Dolmetscher gefragt, ob der Koch zwischen Selbst-Gesehenem, Vermutungen, Schlussfolgerungen und Gehörtem unterscheidet?“ – Nein, das sei kein Thema gewesen. Die als wichtige Zeugin geltende Beamtin bringt also auch kein Licht ins Prozess-Dunkel.

Am 13. Juni startet das Gericht einen neuen Aufklärungsversuch. Nachts um 0.30 Uhr will man sich im „Alanya“-Dönerladen treffen. Ob’s hilft? Im Moment sieht alles danach aus, als wenn Alaa S. den Gerichtsaal als freier Mann verlassen kann.

Dieser Beitrag erschien auf Journalistenwatch

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