Namen und Daten von 22.000 Dschihadisten

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Angeblicher IS-Apostat übergab Sky News Speicherstick

Der zum Murdoch-Medienimperium gehörige britsche Nachrichtensender Sky News ist nach eigenen Angaben in den Besitz der Namen und Daten von etwa 22.000 IS-Kämpfern gelangt. Den Speicherstick, auf dem sich diese Daten befinden, soll ein vom IS (wegen angeblich unislamischen Verhaltens in der Terrororganisation) enttäuschter Dschihadist mit dem Pseudonym „Abu Hamed“ angefertigt und weitergegeben haben. Sie stammen seiner Schilderung nach aus den Angaben auf Registrierungsbögen, die IS-Kämpfer ausfüllen mussten. Darin gibt es zu allen Namen Angaben zur Herkunft, zur Einreiseroute, zur Ausbildung, zur Blutgruppe, zur Kampferfahrung, zur Selbstmordattentatsbereitschaft, zu Scharia-Kenntnissen, Telefonnummern, Angehörigen und 14 weiteren Bereichen.

Außerdem soll „Abu Hamed“, der dem Sky-News-Reporter den USB-Stick auf türkischem Boden aushändigte, das bereits seit dem letzten Jahr kursierende Gerücht bestätigte haben, dass die salafistische Terrorgruppe plant, ihren Hauptsitz vom durch die kurdische YPG bedrohten ar-Raqqa in den Irak zu verlegen. Seine ohne weitere Belege gemachte Behauptung, der IS würde mit der kurdischen YPG und der syrischen Regierung gegen andere Milizen zusammenarbeiten, deutet jedoch darauf hin, dass er möglicherweise nicht in allen Bereichen gleich gut informiert oder eine eher unzuverlässige Quelle sein könnte.

thumb-drive-864831_1280Dem Nachrichtensender zufolge kommen die Dschihadisten, von denen die Daten stammen, aus insgesamt 51 Ländern – darunter Großbritannien, die USA, Kanada und mehrere skandinavische, nahöstliche und nordafrikanische Staaten. Einige der Namen auf dem Sky-News-Stick gingen bereits in den letzten Jahren durch die britischen Medien – darunter der des Londoner Rappers Abdel B., der des mit der Punk-Musikerin Sally Jones verheirateten Propagandavideoproduzenten Junaid H. und der des Cardiffer Propagandavideodarstellers Reyaad K. Andere Namen, die der Öffentlichkeit nicht bekannt waren, sollen nun von den britischen Behörden überprüft werden, an die Sky News die Informationen weiterleitete. Nach Informationen der BBC prüfen inzwischen auch deutsche Behörden die Daten, die zum Teil nur sehr schwer lesbar sein sollen.

Tschetschenen-Rotbart doch nicht tot?

Die 22.000 Namen, die dem Nachrichtensender vorliegen, sind jedoch keine vollständige Liste der IS-Kämpfer. Schätzungen gehen davon aus, dass ihre Zahl zwischen 50.000 und 200.000 liegt. Solche Schätzungen sind unter anderem deshalb schwierig, weil sich schwer überprüfen lässt, wie viele und welche Kämpfer bereits ums Leben kamen.

Aktuell gilt das unter anderem für den berüchtigten Rotbart Omar asch-Schischani („Omar, der Tschetschene„), der mehreren Medienberichten nach zusammen mit zwölf anderen Terroristen bei US-Luftangriffen in der Nähe der nordostsyrischen Stadt asch-Schaddadi getötet worden sein soll.

Die US-Streitkräfte wollten den Tod des Terroristen, auf dem ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen US-Dollar ausgesetzt war, jedoch noch nicht bestätigen. Später verlautbarte die in London ansässige oppositionsnahe Ein-Mann-Agentur Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte Omar asch-Schischani sei nur verletzt worden und werde jetzt in ar-Raqqa von einem europäischen Arzt behandelt.

Die 15.000-Einwohner-Ortschaft wurde am 19. Februar von der kurdischen YPG-Miliz und ihren arabischen Hilfstruppen eingenommen. Der Tschetschene, dem große militärische Erfolge in der Vergangenheit zugeschrieben werden, soll aus ar-Raqqa dorthin entsandt worden sein, um den kurdischen Vormarsch zu stoppen.

Quelle: Telepolis

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