Der Menschenschmuggel boomt: EU-weit 20 Schmuggler-Hotspots – 40.000 Verdächtige in 100 Herkunftsländern

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Die Not des Einen ist das Geschäft des Anderen – die kriminelle Schlepperbranche hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem höchstprofitablen Geschäftszweig entwickelt, bei dem notgedrungen sogar die offiziellen Behörden indirekt mitarbeiten müssen.

Die Schlepper bringen die Menschen nach Europa, die Länder mussten sie bisher wohl oder übel aufnehmen, verteilen und versorgen. Somit schließt sich der Kreis zum schlepperfördernden Marketing mit Erfolgsgarantie, was die Kundschaft der Menschenschmuggler anwachsen lässt (Wie Deutschland den Menschenhandel aus südeuropäischen Krisenstaaten unterstützt).

Anti-Schmuggler-Zentrum EMSC gegründet

Da die Branche international agiert, ist sie kaum zu kontrollieren und auf Grund der vielen erfolgreichen „Vermittlungen“ kann sie sich über ein enormes Wachstum freuen.

Wie der ORF meldet, wird geschätzt, dass die Schleppernetzwerke in 2015 einen Umsatz von drei bis sechs Milliarden Euro gemacht haben. EU-weit seien über 20 Schmuggler-Hotspots unter Beobachtung. Die Europol-Datenbank zählt derzeit rund 40.000 Verdächtige aus einhundert Herkunftsländern in einer Datenbank (Vereinte Nationen fordern Bevölkerungsaustausch von Deutschland).

Diese Zahlen veröffentlichte Europol am Montag zur Eröffnung des neuen Anti-Schmuggler-Zentrums (European Migrant Smuggling Center, EMSC) in einem Bericht.

Die Schlepper-Krake von Europa

Nur ein geringer Teil der Schlepper sind lokale und selbständig agierende Schmuggler. Sie bieten ihre Dienste in Grenznähe an (Werde Fluchthelfer! „Fluchthelfer.in“ made by US-Think Tank).

Doch der Großteil der Schlepper ist in ein Netzwerk eingebunden, welches von der Vermittlung bis zum falschen Pass nahezu alles organisieren kann. Dabei ist das Netzwerk in hierarchische Strukturen eingeteilt.

Ganz unten stehen ehemalige Flüchtlinge. Diese sind irgendwo gestrandet und ihnen fehlt das Geld zur Weiterreise. Sie wollen es sich als Schlepper verdienen, werden aber dabei oft extrem ausgebeutet.


Von den Nationalitäten her sind die Schleusergruppen je nach Region unterschiedlich zusammengesetzt. Bulgaren, Rumänen, Ungarn und Polen bilden einen Großteil der Verdächtigen. Zum einen liegen viele dieser Staaten entlang der Balkanroute, zum anderen sind es Länder mit schwacher wirtschaftlicher Situation.

Doch die Branche ist äußerst wandlungs- und anpassungsfähig, was es den Behörden schwer macht, gegen sie vorzugehen.

Politische Änderungen = Routenänderungen

„Jede kleine Veränderung der Mitgliedsstaaten – seien es vorübergehende Grenzschließungen, gestoppte Züge -, all das hat eine direkte Auswirkung auf die Schleuserkriminalität“, sagte Robert Crepinko, der Leiter des EMSC gegenüber dem ORF.

Mit der Errichtung der Zäune in Ungarn nach Serbien und Kroatien hin, verlagerte sich die Schlepperroute nach Serbien und Slowenien. Seit es hier für die Migranten schwerer geworden ist durchzukommen, steigen die Zahlen in Ungarn wieder an und die alten Schlepperrouten werden wieder aktiviert, wie der Experte vermutet.

Im Mittelmeer ist es ähnlich. Die hochprofitablen bisherigen Seerouten sollen durch den Nato-Einsatz in der Ägäis unattraktiv werden, indem aufgegriffene Migranten in die Türkei zurückgebracht werden. Doch neueste Berichte beschreiben einen Unwillen der mit EU-Milliarden unterstützten Türkei, diese Bootsflüchtlinge zurückzunehmen (Den Schießbefehl outsourcen: Merkels heuchlerische Flüchtlingspolitik).


Zentrales Mittelmeer und Schwarzes Meer

Auch könnte sich dadurch der Geschäftsbereich der Schlepper zur zentralen, gefährlicheren Mittelmeerroute von Libyen und Ägypten aus nach Europa hin verlagern. Dies würde für die Migranten mehrere hundert Kilometer Seeweg bedeuten, statt der um die 30 Kilometer zwischen der Türkei und den griechischen Inseln.

Wie Nachrichtendienste verschiedener Länder meldeten, würden in den libyschen Küstenorten schon bis zu 200.000 Menschen auf besseres Wetter warten, um die Reise über das Mittelmeer zu wagen. Sehr wahrscheinlich ist es auch, dass sich unter diesen Menschen bereits IS-Kämpfer befinden.

Außerdem verfügt der „Islamische Staat“ derzeit über gute Zugänge zum Mittelmeer von Libyen aus. In dem nordafrikanischen Land soll es seiet letztem Jahr auch Rückzugsorte der Terroristen vor den Bombardements in Syrien und dem Irak geben.

Zahlenmäßig soll es sich um bis zu 3.000 dschihadistische Kämpfer handeln. Sie wollen hier unter anderem auch Stützpunkte für Rekruten aufbauen. Auch wird über den Aufbau einer IS-Flotte für den Krieg im Mittelmeer gesprochen (Flüchtlinge: BKA veröffentlicht Kriminalstatistik – Balkanroute-Länder transportieren direkt nach Deutschland).

Durch die Abschirmung der Ägäis könnte sich außer der zentralen Mittelmeerroute auch eine erhöhte Frequenz über die Landroute aus der Türkei über Bulgarien, Georgien und Russland nach Europa verzeichnen oder aber per Seeweg durch das Schwarze Meer.


Katz‘ & Maus mit Schleppern & Co.

Wie auch immer die innereuropäischen Grenzen geschlossen werden, werden sich andere Wege und Lücken auftun. Vielleicht ist es ein Spiel gegen die Zeit: Ist man schnell genug in Europa die sich neu öffnenden Lücken zu schließen?

Fakt scheint, dass die Flüchtlingsrouten immer schwieriger und damit teurer werden. Jetzt haben die Migranten die Wahl: Mehr an die Schlepper zu bezahlen oder einen gefährlicheren Weg zu wählen und das Leben zu riskieren (Menschenhandel als einträgliches Geschäft – Mehr als 600.000 abgelehnte Asylbewerber in Deutschland).

Die EMSC geht davon aus, dass sich die Schleppernetzwerke umstrukturieren und sich den erschwerten Bedingungen der illegalen Einreise anpassen werden.

In diesem Fall werde es wohl in Zukunft mehr Dokumenten- und Identitätsfälschungen geben und die Flucht mit dem Flugzeug direkt in die EU eine größere Rolle spielen. Ein Umstand, der auch mutmaßlichen IS-Terroristen in die Hände spielt (Konsum: So viel Sklaverei steckt in unseren Produkten).

Sowohl die organisierte Kriminalität mit ihrem Menschen- und Drogenschmuggel, als auch die Korruption entlang der Flüchtlingsrouten wird Hand in Hand mit der Schlepperkriminalität wachsen. Wie der ORF berichtet, sind es oft Frauen und Kinder, die auf dem Weg in eine bessere Zukunft auf der Flucht spurlos verschwinden (Bundesländer: Zahl der Flüchtlinge hat sich verdreifacht – Fast 5.000 Kinder verschwunden).

„Der Kampf gegen den großangelegten Menschenschmuggel ist zu einem essenziellen Teil der europäischen Antwort auf die Flüchtlingskrise geworden“, fasst Europol-Direktor Rob Wainwright die Ziele des neuen Zentrums zusammen oder wie es der EMSC-Chef Crepinko versteht, soll das Anti-Schlepper-Zentrum die internationale Arbeit gegen die organisierte Kriminalität verstärken und bündeln (Asyl-Industrie: Neue Sklaven für das Kapital – Radikalisierung der Gesellschaft).

Quelle: Pravda-tv

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