„Frauen sind selbst schuld an Sex-Attacken“

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Screenshot: Youtube

Ein Kölner Imam vertritt die Ansicht, dass die Frauen an den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht selbst schuld seien. „Wenn man so herumläuft, passieren eben solche Dinge“. Hamed Abdel-Samad ist der Meinung: „Solche Aussagen und das Geschlechterbild, das dahinter steckt, gehören auf dem Scheiterhaufen der Geschichte!“

Der Kölner Imam Sami Abu-Yusuf hat den weiblichen Opfern der massiven sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht durch arabische Männer eine Mitschuld zugeschrieben. Gegenüber dem russischen Sender REN TV sagte der gläubige Muslim: „Die Frauen tragen selbst Verantwortung für die Übergriffe, wenn sie halbnackt herumlaufen und sich parfümieren. Das wäre nämlich, als würde man Öl aufs Feuer gießen, so der Kölner Iman weiter. „Wenn man so herumläuft, passieren eben solche Dinge.

Aussage stammt von Mohamed

Hamed Abdel Samad, Deutschland populärster Islamkritiker, bemerkt auf seiner Facebookseite unter dem Aufruf „Rettet das Kölnisch Wasser!!“, dass die Aussage des Imams von Mohamed stamme und in mehreren anerkannten Hadith-Sammlungen, die in allen theologischen Fakultäten in der islamischen Welt als Grundlage für Imamausbildung kritiklos unterrichtet werden. „Wenn eine Frau Parfüm trägt, und an einer Ansammlung von Männern vorbeigeht, und diese dann ihr Parfüm riechen, ist diese Frau eine Ehebrecherin, so die Textpassage.

Auch in mehreren Bücherregalen in Moscheen in Deutschland würden solche Hadithbücher stehen, die voller Frauen verachtende Passagen sind. An einer anderen Stelle werde überliefert, dass der zweite Kalif Omar Frauen auf offener Straße mit einem Stock geschlagen habe, als er deren Parfüm roch. Er sagte dabei: „Wie könntet ihr Parfüm tragen obwohl ihr wisst, dass die Herzen der Männer unter ihren Nasen liegen?, wobei Abdel-Samad die Überzeugung äußerte, dass der Kalif natürlich nicht nur die Herzen, sondern auch andere Organe meinte.

Mohamed und Omar seien unantastbare Vorbilder für sunnitische Muslime. Die Aussagen des Propheten gelten als von Gott inspiriert und dienen jedem Muslim jenseits von Zeit und Raum als Handlungsanweisungen, so der gebürtige Ägypter weiter. In dieser Tradition stehe die Aussage des Kölner Imams, Sami Abu-Yusuf, der meinte, die Opfer von Köln seien zum Teil selber schuld weil sie Parfüm trugen und damit die angreifenden Männer sexuell erregt haben.

Eigentlich müsse die richtige Konsequenz aus der Lehre des Propheten sein, Eau de Cologne in Köln zu verbieten, zumindest für Frauen, um den Frieden in der Stadt wiederherzustellen!

Kölner Imam interpretiere den Islam falsch

Abdel-Samad zeigt sich überzeugt, dass dann die üblichen muslimischen Apologeten kommen werden und behaupten, der Kölner Imam interpretiere den Islam falsch und habe die Aussage des Propheten aus dem Kontext herausgerissen! Aber wie, so die Frage des ehemaligen Muslimbruders, könnte denn der richtige Kontext aussehen?

Diese Aussage passe doch perfekt zu allen anderen Aussagen im Koran, die die Frau als Lust-Objekt, als Saatfeld des Mannes sehen. Aussagen, die den Körper und die Schönheit der Frau nicht als ihr Eigentum betrachten, sondern Eigentum des Mannes, der mit einer Brautgabe und Ehevertrag, oder die Frau im Krieg erbeutet hatte, über ihren Körper verfügen darf. Deshalb muss sie sich verhüllen, die Stimme senken, kein Parfüm und keinen Nagellack tragen und nur mit dem Erlaubnis des Mannes aus dem Haus gehen! Diese Passagen passen zur Lage der Frau überall da wo der Islam das Sagen hat.

Abdel-Samad stellt weiter die Frage, warum man im 21. Jahrhundert Aussagen von Männern kontextualiseren muss, die damals Penis-gesteuert waren? Welchen Erkenntnisgewinn und welche revolutionäre Deutung erhoffen wir uns daraus? Warum trauen sich fortschrittliche muslimische Theologen und Intellektuelle nicht zu, zu sagen: „Solche Aussagen und das Geschlechterbild, das dahinter steckt, gehören auf dem Scheiterhaufen der Geschichte?

Nicht eine „richtige“ Interpretation der Texte würde uns weiter helfen, sondern die Emanzipation von der Macht dieser Texte, indem man sie unter anderem lächerlich macht“, so die Forderung des erfolgreichen Autors islamkritischer Werke.

Ausgerechnet der Grüne Volker Beck!

„Lustig“ findet Abdel-Samad, dass Volker Beck von den Grünen nun eine Anzeige gegen den Kölner-Imam wegen „öffentliche Aufforderung zu Straftaten gestellt hat. „Ausgerechnet die Grünen, die den running gag „hat nichts mit dem Islam zu tun“ in den letzten Jahren politisch salonfähig gemacht haben“.

Die Anzeige werde natürlich im Sande verlaufen, so die Vorhersage des Islamkenners. Der Imam habe ja zu nichts aufgerufen. Er habe nur die Sachlage aus der Sicht der authentischen islamischen Theologie erklärt! Und das darf er, denn der Islam gehört bekanntlich zu Deutschland!, so die bittere Erkenntnis.

Quelle: Metropolico

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